Im Astronomie-Labor und um den Ort Kleßen herum werden Fledermäuse beobachtet, eventuell auch fotografiert und mit Ultraschalldetektoren ihre Rufe hörbar gemacht. Fledermaussommerquartiere können besucht (falls vorhanden), Fledermauskästen gebaut und in den naheliegenden Wäldern oder Gärten aufgehängt werden.
Veranstaltungen 2026:
Fr. 19.06.2026 - 21:30 Uhr: "Die Nacht ist eine Königin ..."
Gemeinsame Exkursion im Fledermaus-, Leuchtkäfer- und Nachtfalter-Projekt.
Sa. 27.06.2026 - 21:30 Uhr: "Die Nacht ist eine Königin ..."
Gemeinsame Exkursion im Fledermaus-, Leuchtkäfer- und Nachtfalter-Projekt.
nur bei großer Nachfrage: Fr. 03.07.2026 - 21:30 Uhr: "Die Nacht ist eine Königin ..."
1) Braunes Langohr. 2) Eine sehr seltene Mopsfledermaus. 3) Dieses große Mausohr sieht gefährlicher aus, als es ist.
Fledermäuse haben einen schlechten Ruf. Dracula-Geschichten, ein ungewöhnliches Aussehen und ihre verborgene Lebensweise in der Nacht mögen dazu beigetragen haben. Ihr schlechter Ruf ist jedoch keineswegs gerechtfertigt, im Gegenteil. Sie vertilgen in jeder Nacht Unmengen von Insekten, sind die einzigen aktiv fliegenden Säugetiere, haben ein einzigartiges Ortungssystem und sind sehr sozial. Wo es viele Fledermäuse gibt, ist zudem das Ökosystem noch einigermaßen intakt. Rund 25 Arten sind in Deutschland heimisch, von der noch häufigen Zwergfledermaus bis zur sehr seltenen Mopsfledermaus. Alle stehen unter Naturschutz. Trotzdem haben die kleinen Kobolde der Nacht Probleme. Immer weniger alte Bäume und Gebäude bieten immer weniger Wohnraum. Steigende Lichtverschmutzung vertreibt sie artabhängig aus ihrem Lebensraum. Das Insektensterben beraubt sie ihrer Nahrungsgrundlage. Dagegen können wir etwas tun!
Besonders in der Dämmerung können sie recht gut vor dem noch relativ hellen Himmel beobachtet werden. Über Wasserflächen oder an Waldschneisen sind sie häufig zu beobachten. Mit einem Ultraschalldetektor können ihre für menschliche Ohren nicht hörbaren Ortungsrufe hörbar gemacht werden. Mit etwas Glück und viel Geduld können die schnellen Nachtjäger auch fotografiert werden. All das werden wir auf den Exkursionen "Die Nacht ist eine Königin ..." versuchen. Wer eine alte Scheune oder Dachboden sein eigen nennt, hat mit etwas Glück ein Fledermauswochenquartier in seiner Nähe. Dort ziehen die Weibchen mancher Arten ihre Jungen groß. Wer so ein Quartier kennt, den bitte ich es zu melden.
4) - 6) Zwergfledermäuse im Flug zu fotografieren ist nicht ganz trivial.
Fledermäuse brauchen Spalten und Höhlenquartiere. Viele alte Gebäude, die solche Quartiere bieten, werden abgerissen oder saniert. Alte Bäume gefällt. Darum lassen Sie solche Gebäude und Bäume einfach mal stehen. Wenn kein Weg an der Sanierung oder dem Fällen vorbei führt, können künstliche Fledermausquartiere einen Ersatz bieten. Solche Quartiere sind recht einfach zu bauen. Nicht alle werden angenommen, manchmal dauert es auch seine Zeit. Oft sind die Tiere nur ein oder zwei Tage im Kasten und wandern dann zu einem anderen. Daher ist ein großes Angebot wichtig.
Lichtverschmutzung am Haus und im Garten verringern. Tiere aller Art aber auch Pflanzen und wir Menschen brauchen nachts die Dunkelheit. Schalten Sie Licht nur an, wenn Sie es wirklich brauchen. Die kleinen, bunten, solarbetriebenen LED-Lämpchen im Garten sollten sie entfernen. Auch sie stören das Ökosystem. Und nachhaltig wegen der Solarstromversorgung sind sie mitnichten: In China unter fragwürdigen Bedingungen hergestellt, Transport um die halbe Welt, nach ein oder zwei Jahren defekt und dann Sondermüll.
Wer einen Garten hat kann mit nachtblühenden Blumen auch nachtaktive Insekten anlocken und damit den Fledermäusen einen reich gedeckten Tisch zur Verfügung stellen. Eine unaufgeräumte Ecke im Garten tut vielen Tieren gut. Ein "englischer" Rasen mag in manchen Augen schön aussehen, ökologisch ist er tot.
7), 8) Spaltenquartiere verschiedener Größe. 9) Baumhöhlenkasten mit Anflugbrett.
Ein Spaltenquartier wurde im Spätsommer 2024 im Sternengarten aufgehängt. Eigentlich etwas zu spät, da vor allem die Jungtiere nach dem Ausfliegen die ganze Umgebung erkunden. Doch schon im Jahr 2025 wurde der Kasten bis in den November hinein von Zwerg- oder Mückenfledermäusen bewohnt. Manchmal war es nur eine, manchmal drei oder fünf, einmal waren es sogar mindestens zwölf Tiere. Ein anderer Kasten für etwas größere Fledermäuse wurde dagegen noch nicht genutzt. Dafür hat eine Kohlmeise diesen lange als Übernachtungsquartier regelmäßig aufgesucht. Zwei Höhlenkästen lassen sich leider nur anhand von Kotresten kontrollieren. Zwei weitere große Spaltenquartiere wurden im Herbst 2025 am Wohnhaus befestigt.
10) Selbst gebauter Fledermauskasten mit zahlreichen Fledermäusen im Sternengarten.
